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Skitourensaison mit Happy End

21 Mai

Der Wecker geht um 4 Uhr. Kurze Zeit später sitze ich frisch geduscht im Auto mit Kaffee und Müesli. Ich brause in Richtung Interlaken, um den ersten Zug aufs Jungfraujoch zu erwischen. Dort oben wollen wir Skitouren Saison gebührend abschliessen und den einen oder anderen 4000er abfeiern. Ich weiss, es wird ein super Tag.

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Bitzeli Aussicht

Letztes Wochenende haben Philipp und ich bereits einen verheissungsvollen Vorgeschmack auf das diesjährige Sommerprogramm erhalten: Kletterei an warmen Pilatus Felsen und ein anregendes Hochtourli auf den Mönch. Diese Unternehmung verdanken wir meinem lieben Freund Simon aus Tasmanien, der sich als solider Bergpartner entpuppt hat (eben mit noch Skipotential). Es hat sich angefühlt als wären wir schon seit ewig eine Seilschaft. Beinahe unheimlich diese Harmonie und so haben wir ihn nur ungern abreisen lassen.

Doch noch sind die Skis nicht im Keller. Am Samstag Morgen bei der Fahrt hinauf aufs Jungfraujoch, verdecken einige unfreundlich Wolkenfetzen den Himmel. Dies schlägt mir ein wenig auf die Motivation. Als wir kurz vor 09:00 Uhr die Skier anschnallen, lacht die Sonne vom Himmel. Hinter dem Mönchsjoch beglückt uns sogar noch der letzte Powder dieses Winters. Herrlich! Die Kühle der vergangenen Tag macht es ebenfalls möglich, dass wir ohne Zeitdruck den heftig steilen Anstieg zum Fiescherjoch gehen können. Es ist heiss im Aufstieg und wir werden regelrecht gegrillt. Weiter oben ist das Gelände dann zu steil für einen Ski-Anstieg. So binden wir diese auf den Rucksack und pickeln die steile Firnflanke hoch. Wirklich ziemlich anstrengend.

Bitzeli steil

Bitzeli steil

Doch ab dem Sattel winkt eine hübsche einfache Kletterei in Granit und Schnee bis hoch zum Gross Fiescherhorn (4023m). Eine Prachtstour – immer wieder schön.

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Bitzeli Klettern – Foto von gipfelgeil.ch

Beim Abstieg, zurück beim Skidepot, verdecken Wolken die Sonne. Es ist feucht-warm und Schneeflocken fliegen in der Luft umher. Die Sicht ist gerade noch gut genug um ohne Seil abzufahren. Für einmal beglücken mich die Spuren der anderen Tourengänger im Schnee ungemein. Denn ohne die, wäre die Wegfindung durch den Gletscherabbruch eine Herausforderung geworden. Es gibt kaum etwas das mich so nervös macht wie die Gewissheit, dass unter mir irgendwelche Spalten sein könnten. So bin ich erleichtert, als sich die Wolken wieder etwas verziehen. Tagesgangwetter – war angesagt so. Ein letzter Anstieg zur Finsteraarhorn Hütte, dann ist unser Tagesziel erreicht.

Erst am frühen Sonntag Morgen wird der Himmel sternenklar. Die Schneedecke ist gut gefroren. Beste Verhältnisse für die Besteigung des Finsteraarhorn (4280m), dem höchsten Berner. Zwölf Jahre ist es her, seit ich diesen Gipfel zu meinem Geburtstag bestiegen hatte. Sobald wir etwas warm gelaufen sind und die richtige Anzahl Kleiderschichten an bzw. ausgezogen haben, lässt mich Philipp vorgehen. Dies ist der ultimative Trick um mich aus dem Trödelmodus heraus zu manövrieren und der Anstieg wird noch effizienter. Erstaunt nehmen wir bereits um 06:30 Uhr Wolken zur Kenntnis, die vom Goms her, den Gletscher herauf kriechen und sich ziemlich schnell ausdehnen. Es ist kühl. Aus diesem Grund verzichten wir auf längere Pausen und überholen schon die ersten Gruppen. Zwei Splittboarder stehen (schlaftrunken? oder so) im Weg und bewegen sich nur widerwillig von der Spur weg. Weiter vorne verliert ein weiterer Splitboarder sein Harsteisen, es ist gebrochen. Als wir um 08:00 h den Hugisattel erreichen, bläst ein garstiger Wind. Die Wolken sind in der Zwischenzeit vom Gletscher herauf gekommen und mahnen uns, besonnen vorwärts zu machen. Es ist ohnehin zu kalt um Fotos zu schiessen und Pause zu machen. Wir schnallen die Steigeisen an und pickeln im Schnee zwischen Felsen rauf. Die Kletterei in diesem Gelände wärmt Körper und Seele (alles bis auf die Finger). Dank perfekten Verhältnissen stehen wir kurz nach 09:00 h auf dem Gipfel. Wir freuen uns kurz und heftig über den Gipfelerfolg, um gleich danach wieder abzusteigen.

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Am Gipfel – Foto vom Gregor

Wolken hüllen uns ein. Wir wechseln wieder auf Ski und sind dankbar, wenn der Nebel ab und zu ein paar Meter Sicht frei gibt. Der Schnee ist grauselig. Bruchharst macht jeden Schwung sehr mühsam und es macht überhaupt keinen Spass. Doch trotzdem erfreuen wir uns an der wundervollen Hochgebirgslandschaft und lassen diesen Sérac rasch hinter uns.

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Schnell vorbei fahren: diese Kollegen stehen im Verruf etwas wankelmütig zu sein.

Mit einem Bären Hunger erreichen wir die gelobte Hütte und verdrücken eine Rösti. Danach erquickt uns ein Nachmittagsschläflein. Draussen hat sich das Wetter nun soweit verschlechtert, dass wir uns ernsthafte Gedanken über den weiteren Tourenverlauf vom Pfingstmontag machen müssen. Die feuchte Luft liegt immer noch im Süden und ein Höhentief tut sein Übriges. Wir wissen nicht, wieviel Neuschnee gefallen ist.

Da früh am nächsten Morgen Wolkenbänke an den Berghängen kleben und der Himmel bedeckt ist, entschliessen wir uns den unbequemen, langweiligen, aber sicheren Weg zurück zum Jungfraujoch unter die Skis zu nehmen. Vor uns sind weitere Tourengänger unterwegs. Doch die Freude über die bestehende Spur wärt nur kurz, denn sie führt im White-Out in die falsche Richtung. So bleibt uns nichts anderes übrig, als mit GPS in der Hand und angeseilt den Aufstieg weiter fort zusetzen. Das kostet Zeit und Nerven.

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Weitere Bilder auf gipfelgeil.ch

Die Abfahrt zum Konkordiaplatz geht in Ordnung. Der Schnee ist gar nicht so übel. Wir sind froh die anderen Tourengänger gerade aufbrechen zu sehen. Auch sie haben ihren Weg gefunden. Die Sicht reicht nun so weit, dass wir den endlos scheinenden Weg bis zur Steigung hinauf zum Jungfraujoch einsehen können. Wir wackeln über eine Stunde immer gerade aus über den Gletscher. An schönen Gipfeln können wir uns nicht erfreuen, denn die sind wolkenverhangen. Ich buche es unter „mental Test“, der kurz vor dem Ziel in einem erneuten Whitout gipfelt, die Spuren natürlich vom Winde verweht. Das Mobile-GPS hat allerdings immer noch genügend Akku und leistet auch diesmal wertvolle Dienste. Wir erreichen das Jungfraujoch und sind etwas verbraucht. Eine Tafel Schoggi auf der Fahrt hinunter ins Tal stellt unsere gute Laune wieder her. Tadellos. Es würdiger und fordernder Saisonabschluss – Danke Philipp es ist einfach grossartig mit Dir in die Berge zu gehen.

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Fahren bis Strasse fertig: Wind, Sand, Meer

13 Dez

Nach zwei Nächten im Ferienort Coral Bay, der abgesehen von seiner grossartigen Unterwasserwelt, auch ein Ferienort irgendwo am Mittelmeer sein könnte, beschliesse ich, mich wieder in wilderes und einsameres Gebiet vorzuwagen. Ich fülle meine Vorräte in Carvarnon und fahre wieder nach Norden, nach Gnaraloo.

Kurz nach Verlassen der Hauptstrasse, erreiche ich die Blow Holes. Das Meer drückt hier Wasser durch die Felsen und es entstehen spektakuläre Fontänen.

Etwa 100 km weiter auf einer teils wilden Piste erreiche ich Gnaraloo und den Camping am 3-Mile-Beach. (Nebenbei ‚to get bogged‘ heisst stecken bleiben im Aussie Slang und ist ziemlich gebräuchlich, warum wohl? Grins…)

In der Gegend läuft ein Schildkröten Schutzprogramm, man kann Angeln und Schnorcheln. Ausserdem ist die Gegend bei Surfern und Kitesurfern beliebt. Der Platz wäre geeignet um Menschen mit Burnout aufzunehmen, denn es gibt hier keinerlei Hektik. So haben sich auch ein, zwei europäische Aussteiger hier angesiedelt.

Der Gegend ist ziemlich öde und faszinierend zugleich. Ziegen streunen umher und zwischen Wind umtosten Klippen liegen zauberhafte, menschenleere Sandstrände. Der Campingplatz verfügt zu meinem Erstaunen über eine nagelneue, blitzblanke Dusche, Strom und man könnte sogar via Satelitenempfang ins Internet. Auf Anraten von Jason bleibe ich jedoch ‚Off-the-grid‘ und mache digital Detox. Ich verlängere auf zwei Nächte. Jason ist der Chef hier und er renoviert liebevoll die Gebäude am Campingplatz mit einem Mate.

Spazieren, neue Pläne schmieden, schreiben, atmen, Fotos knipsen und vielleicht später bei Ebbe eine Runde Schnorcheln. Gerade bin ich auf einem Rundgang den Klippen entlang, da entdecke ich einen Surfer. Auch nicht alltäglich für mich als Landratte.

Ich beschliesse aber Monkey Mia auszulassen. Kommerzielle Delfinfütterung interessiert mich nicht. Wenn, dann möchte die Tiere in der Natur sehen.

Am Parkplatz oberhalb des Tombstones (Grabstein, ein auffälliger Stein, der den Surfern als Orientierung dient, treffe ich Wendy. Sie ist aus Geraldton, weiter südlich und kann sich grad nicht entscheiden, ob sie Surfen oder Windsurfen soll. Plötzlich springt sie wie von einer Wespe gestochen auf und meint entschuldigend, sie müsse jetzt ins Wasser, der Wind werde grad gut und sie wolle vor allen anderen surfen.

Ich bringe mich mit dem Fotoapparat in Position und hoffe auf ein gutes Sujet. Einige Minuten später ist der Parkplatz voll. Christian und Calvin aus ‚good old Switzerland‘ sind auch da. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht einer Landsfrau/-mann über den Weg laufe. Es ist wirklich erstaunlich. Gut sind die beiden da, denn einer der Aussteiger, ein Italo- Typ, der sich ‚Spa‘ nennt, sitzt in einem der Autos. Der Kerl ist mir unheimlich. Seine Aura ist dermassen Testosteron geschwängert, dass ich mich tatsächlich etwas vor ihm fürchte. Obwohl er objektiv gesehen sehr nett ist und mich gestern eingeladen hat. Ich halte mich lieber fern von dem. – Nennen wir es Intuition.

Der Hunger lässt mich zu meinem Zelt zurück kehren und ich hole einen fertigen Reis-Quinoa Mix raus, mische ihn mit einer frischen Mango, mach‘ scharfes Lime Chutney und Salz drauf, fertig. Unglaublich Lecker.

Später bei Schnorcheln frage ich mich wieder einmal, ob das alles echt ist: die Sicht ist besser als gestern und kaum im Wasser schwimmt ein grosser Schwarm ‚Seafood‘ um mich herum. Nach 5 Minuten kreuzt ein nervöser Stachelrochen meinen Weg. Er schwimmt hin und her und verschwindet schliesslich im Türkies. Da drüben dümpelt eine kleine Schildkröte friedlich vor sich hin! Ich kann sie von Nahem beobachten – ich bin total hingerissen! Sie hat ein schönes braun-gelbliches Muster. Schliesslich schwimmt sie davon. Doch weiter vorne kommt eine weitere Schildi. Auch mit ihr kann ich ein bisschen Zeit verbringen und ihr seelenruhig zuschauen. So lange, bis der nervöse Stachelrochen daher zu schwimmen kommt! Ich würde sooooo gerne Fotos zeigen! Das ich so was cooles sehe, wo ich doch überhaupt nicht gern im Wasser bin.

Mein weiterer Plan heisst Apero mit Angela und Murrey aus Melbourne, morgen in Carnarvon ins Internet und weiter nach Denham ins Hotel. Auf dem Weg dorthin Stromatoliten schauen und herausfinden was das ist. Morgen gibt es also wieder einen ‚Roadtrip‘ – zum Teil über eine üble Piste. Danach dem Kalbarri NP einen Besuch abstatten und in Geraldton noch einmal Kite surfen. Heute Nachmittag haben einige Jungs hier diesem Sport gefrönt und ich hätte zu gerne mitgemacht. Weihnachten in Perth, Hans und Simon besuchen. Ich freue mich auf das was kommt und bin gut drauf!

Blow holes

Wendy das Surftalent

Wendy kann auch wenden…

Nicht ganz einsam…

Karijini National Park

4 Dez

Newman ist schon recht speziell. Irgendwie kommt wieder so etwas wie Mad Max- oder Star Wars Feeling auf. Heiss, trocken (wenn auch recht grün), es dreht sich um Wasser, Sprit, Reifen, Ersatzteile, Werkzeug und es gibt überdimensional riesige Fahrzeuge für den Tagebau. Die Stadt existiert wegen der Eisen Minen im Umland. So sind nicht nur Roadtrains auf der Strasse, sondern auch extrem schwere und überbreite Transporte. Manchmal mit Begleitfahrzeug und manchmal ohne. Der Frauenanteil beträgt geschätzte 20%. Das Essen ist schmackhaft, fleischlastig und reichlich. Um 20:30 h gehen alle ins Bett. Frühstück gibt es von 5 bis 7 Uhr am Morgen.

Der Karijini NP ist zauberhaft in der Dales Gorge wird die Wärme des Tages sehr angenehm. Dutzende Fledermäuse im Halbschlaf hängen an den Bäumen. Ihnen ist wohl immer noch gar heiss. So fächern sie sich mit eingefalteten Flügeln Kühlung zu. Sie sehen aus wie schwarze Teddies im eingeklappten Regenschirmen. Im Zoom der Fotokamera sind sie sehr putzig anzusehen. Doch sobald mal eine die Flügel ausbreitet und zum nächsten Schattenplatz flattert, erkennt man die Kreatur der Nacht.

Im Fernpool ist das Wasser tief und kühl und nach dem ich, kaum im Wasser, von Fischlein angeknabbert werde, bin ich schnell wieder draussen. Wieder habe ich Muse zu schauen und nette Gesellschaft. Wir plaudern, spazieren, klettern zum nächsten Pool. Der sich dunkelgrün-mystisch von den roten Felsen abhebt und direkt von einer Quelle gespiesen wird. Einfach zauberhaft dieser Ort. Einziger Nachteil: die ganze Fliegenpopulation West Australiens gibt hier ein Stelldichein. So schlimm war es bisher noch nie. Sie wollen in alle Körperöffnungen am Kopf. Sehr unangenehm, vorallem beim Essen. Und wer ist auf dem Camping Platz? Die 4×4-Gang! Ich freue mich riesig die vier wieder zusehen. Jetzt kann ich mir sogar die Namen der Bros n‘ Sis‘ merken. Sie waren sogar im Bungle Bungle NP mit ihrem Fahrzeug. Die machen das toll!

Tags darauf bin ich im ‚Action Mode‘ und fahre früh morgens über eine Holperpiste zu den anderen Schluchten im National Park. Als erstes entdecke ich die Kalamina Gorge. Sie ist nicht so tief wie die anderen und hübsch. Am Lookout der Knox Gorge treffe ich Marcus. Mich verlässt grad die Motivation hinunter zu gehen, doch Marcus meint die Schlucht sei einen Besuch wert und er kommt mit. Er hat recht: diese Schlucht ist wesentlich tiefer, die Felsen geschliffener und der Weg spektakulärer als bei dem Schluchten bisher. Als wir zurück bei den Autos sind, plagt mich ein Riesenhunger und wir fahren zur nahegelegenen Lodge um einen Happen zu essen.

Mein eigentliches Tagesziel sind aber die Weano- und die Hancock Gorge. Marcus bietet mir an, mich zur Weano Gorge in seinem Wagen mitzunehmen. Ich muss meinen Sprit einteilen, denn die nächste Tanke ist noch weit. Es sollte bei dem Schneckentempo auf diesen Pisten jedoch aufgehen und die Klimaanlage brauche ich morgens um 06:30 auch noch nicht.

Marcus hat einige Zeit in Newman gelebt und war schon öfter hier auf Tour. Als ich ihn frage, ob ich ihm anschliessen dürfte, stimmt er erfreut zu. Er hat einen Spezialplan und will die Weano- und die Hancock Schlucht bis dorthin erklettern, wo sie sich mit der Redgorge vereinen. Jetzt hat er jemand gefunden der seinen ‚Scheiss‘ mitmacht, hehe! Grossartig! Der Oberburner! Normalerweise geht man hier nur mit Guide hin. Also ist er jetzt der Guide.

Phantastische Felsformationen sind zu sehen, anregende Kletterpassagen zu meistern und leider, leider werde ich auch nass dabei. Er spöttelt von wegen Blutegeln. Dafür gebe ich mit meinen Kletterkünsten an. Was für eine coole Aktion! Etwas vom besten was ich je gemacht habe. Der Nachmittag vergeht wie im Fluge und wir begiessen unsere Aktion anschliessend mit Ginger Beer in der Lodge.

Danach funktionieren wir den Parkplatz vom Mt Bruce zu einem Campingplatz um. Marcus fährt am kommenden Morgen zurück in Richtung Perth (1200km) und ich wandere auf den Berg. Es gibt Ausblick auf eine Mine wo Eisen abgebaut wird. Um 10 h bin ich schon fertig mit Wandern. So mache ich lange ‚rum und fahre schliesslich via eine weitere Schlucht, die Harmsley Gorge, mit Badestop und Geologie Wundern nach Tom Price.

Der gestrige Tag mit dem Schluchten-Klettern ist einfach nicht mehr zu toppen. Ich würde gerne in ein schönes Hotel und den ganzen Dreck abwaschen. Leider gibt es hier keine schönen Hotels und die kosten auch noch eine Menge. So sehe ich mich gezwungen wiederum den Campingplatz aufzusuchen. Bei dieser Gelegenheit kann ich Wäsche waschen. Üblerweise vergesse ich, dass ich meine Reisedokumente in der Schmutzwäsche versteckt habe und wasche sie gleich mit. Ob sie mich mit so einem sauberen Pass wieder in die Schweiz lassen?

Pfeiljagd

21 Nov

Nitmiluk NP (bedeutet Nitmi=Zikaden, luk=Platz) soviel zur Geräuschkulisse hier 😃

Da bin ich also jetzt an der Katherine Gorge (ein Canyon mit Fluss). Leider ist das Befahren mit dem Kayak nicht möglich. Der Wasserstand des Flusses hat bereits angefangen zu steigen und so ist es möglich, das Krokodile ins Gebiet vorgedrungen sind. Die Temperaturen tagsüber sollen hier bei 40 Grad oder mehr liegen.

Fürs erste kundschafte ich einen kleinen Rundweg aus und unternehme eine Bootsfahrt mit Badestopp in einem höher gelegenen Felspool (free from – smile) Touri-Bootfahren ist diiiie Psychohygiene.

Den etwas längeren Walk verschiebe ich auf morgen. Start 04:30h, vor dem Bio-Vogelwecker, mit meiner brandneuen superduper Stirnlampe. Die alte hat nun entgültig den Geist aufgegeben und ‚das Geländewagenteam‘ vom letzten Blog hat mir dort auf dem Camping schon eine ausgeliehen. Morgen also ein längerer Walk. Darüber, was es bedeutetet bei diesen Temperaturen zu wandern, habe ich ja bereits die letzten Tage eine Ansage gekriegt. Den Rückweg verkürze ich deshalb per Shuttleboot. So bleiben 18km. Kommt wiedermal drauf an wie der Weg ist. 18 km können sehr, sehr weit sein, wenn man den Weg suchen und über Steine klettern oder durch Sand laufen muss.

Auf dem Ausflugsboot entdecke ich einen Typen, der sich im Visitor Center vor mir nach Wanderungen erkundigt hat. Er war ausserdem im gleichen Hotel in Katherine. Ich habe zwar wirklich keine Lust ihn anzuquatschen (ehrlich, er ist zu schön), doch jemanden in der Wildnis dabei zu haben, bedeutet Sicherheit. Miguel, so heisst er, ist sofort motiviert. Allerdings stimmen ihn die Spassbremsen im Visitor Center dann wieder um. Von wegen Temperaturen und Wegfindung. Ich geh halt mal schauen, nur dann weiss ich wie es ist. Höchste Zeit für mich, so einen PLB (personal locator beacon, GPS Notfallsender) zu kaufen.

Gerade habe ich mein Dachzelt hervor geholt und bin in den Pool gehüpft, als eine Sturzflut vom Himmel herunter kommt. Nach 20 Minuten ist der Spuk vorbei und ich gehe nachschauen, ob es meinen Schlafsack herausgespült hat…. Die Temperatur ist jetzt sehr angenehm. Ich werfe den Kocher an und geniesse den Abend mit einem wirklich leckeren indischen Fertiggericht. Nachdem ich all meine juckenden Mückenstiche verarztet hab, leg ich mich hin und schlafe sofort ein.

Frühmorgens geht es los. Der Weg ist einfach zu finden. Ab und zu flattert etwas durch die Dunkelheit, die Luft riecht schwer und holzig und vermittelt Frieden und Geborgenheit. Es ist schön.

Ich verstehe jetzt besser, weshalb ein Teil der Wege zu ist. Auch hier sind zwischendurch riesengrosse Pfützen, die man nur mit einem Abstecher in den Busch trockenen Fusses überwinden kann. Auch das gelingt mir nicht immer. Ich stehe mit beidem Füssen im Matsch (im Dunkeln, bäh!) und kriege feuchte Füsse. Der kurz darauf folgende Sonnenaufgang tröstet mich darüber hinweg. Bald schon ist die Abzweigung zum Lilys Pond erreicht, meinem heutigen Ziel.

Der Weg wird nun anspruchsvoller. Das heisst, ab und zu verschwindet er ganz, ist überwuchert oder verläuft auf Felsplatten. Man folgt den Pfeil-Markierungen, wenn man sie findet. Dies scheint ein Kinderspiel, doch hat meine GPS App hat mich heut drei Mal gerettet! Der Weg führt über ein Feld mit widerspenstigem Gras, Sträuchern, einigen Bäumen und Felsen hinunter zu einem Flüsschen. Es ist trotz der Hitze ziemlich grün. Dies ergibt mit dem blauen Himmel und der roten Erde je nach Licht ein atemberaubendes Farbenspiel. Weiter dem Flüsschen entlang, mit kleinen Klettereinlagen, an den Rand der Katherine Gorge. Der Blick hinunter in den Canyon ist prächtig. Es gefällt mir besser hier oben, als gestern auf dem Boot.

Nach einem Picknick mache ich mich vor 08:00 auf den Rückweg. Mein Plan ist zu zwei weiteren Lookouts zu wandern, ebenfalls auf Busch-Wegen. Schliesslich werde ich dann am Felspool vom Boot abgeholt. So organisiert. Klappt. Deshalb und wegen der grösser werdenden Hitze, muss ich mich an meinen Zeitplan halten. Bis 09:00 ist es angenehm, ab 10h wir man erbarmungslos gegrillt. Hat was mit den 40 Grad.

Als ich zurück zum Campingplatz komme, will ich nur noch in den Schatten und in den Pool. Ich bin erledigt. Ich hab Kopfschmerzen und verziehe mich ins klimatisierte Visitorcenter. Dort schlafe ich auf dem Sofa ein. Heute wünsche ich mir ein kühlendes Gewitter. Der Strom ist seit über einer Stunde weg mal sehen ob sie gleich angetaute Eiscreme verschenken. Leider nein und leider auch kein Gewitter.

Endlich finde ich ein Ibu in meinem Zeug und mache die Kopfschmerzen weg. Ich freue mich auf morgen. Auftanken und Einkaufen in Katherine. Vielleicht ein Wifi? Und dann 500km Roadtrip nach Kununurra.

Life is good.Pfeiljagd