Al canto del cucù…

25 Mai

… oder three seasons in one day.

Ich bin im Tessin am Wandern* oder vielleicht auch Trailrunning, denn ich habe nur Turnschuhe dabei. Der Weg führt mich von der Alpe Mornera, wo ich noch mit einem gigantischen Käsebrot ausgestattet worden bin, in Richtung Cima dell’Uomo und am liebsten noch zum Sassariente, denn den hab ich als nette Kletterei in Erinnerung.

Es ist bereits vor 14 Uhr und eigentlich hätte ich Skydiven gehen wollen. Doch leider hat sich das Paracentro entschieden, den Porter auszuleihen ohne mir abzusagen. Das ist absolut schade, zumal ich einen kostbaren Urlaubstag brauche, Hotel gebucht habe und drei Stunden ins Tessin gefahren bin. Mimimi…

Soll ich mich jetzt ärgern? Ich darf dafür zwei Ausrüstungen für morgen für mich beanspruchen und beide gleich packen. Der Rigger ist zum Glück da und er hilft mir dabei. Wir unterhalten uns über seine Passion, das Basejumpen. (Anmerkung: ist kein Thema für mich, ich gewinne einen spannenden Einblick und lerne, dass individuelles, subjektives Risiko-Empfinden und Verhalten bar jeder Statistik und Zahlen/Fakten existiert) Es ist ein sympathischer Hangar Talk und irgendwie kommen wir aufs Thema ‚Kuck Kuck‘. Schon lange keinen mehr gehört. Na, für dieses Jahr wird es wohl schon zu spät sein?

Am Nachmittag bietet sich die phantastische Gelegenheit die Berge oberhalb der Magadinoebene zu erkunden. Ich steige durch einen dunklen und duftenden Nadelwald immer weiter hinauf. Dann lichet sich der Wald und die Wurzeln weichen steinigem, grasdurchsetztem Gelände. Dann leuchten Lärchen im schönsten Hellgrün. Vögel zwitschern und unvermittelt kommt das Tessiner Volkslied ‚al canto del cucù‘ in den Sinn. Bedauern erfasst mich, so lange keinen Kuck Kuck mehr gehört zu haben. Wandern mit Turnschuhen ist nicht zuletzt auch wegen des alpiner werdenden Geländes irgendwie uncool. Als der Weg ein wenig flacher wird, schalte ich in den viel sexieren Trailrunning-Modus. Um mich wenig später frontal hinzulegen. Autsch! Die richtige Lauftechnik würde helfen; das heisst zumindest die Füsse anzuheben und besser auf den Weg zu achten. Als ich mich aufrapple ruft zu meinem Erstaunen ein Kuck Kuck. Keine Einbildung. Den Kopf hab ich beim Hinfallen nicht angeschlagen.

Wegweiser bei der Hütte und Aussicht von oberhalb

Ich erreiche die Hütte und weiter oben finde ein grosses abschüssiges Schneefeld. Hier ist gerade erst der Frühling eingekehrt. Die ersten kleinen Krokusse blühen in dem verdorrten Gras des letzten Sommers.

Ich habe absolut keine Lust hier schon umzudrehen und wage den Balanceakt über den Firn. Hier möchte ich kein zweites Mal rüber. Nach zwei Stunden stehe ich an der Felsscharte der ‚Btta d’Erbea‘. Hier ist Ende Gelände. Der Schnee liegt hier Meterhoch. Ich verdrücke das Monster Sandwich und schaue hinunter ins Tal. Wunderschön hier.

Schliesslich vesuche ich das Schneefeld doch noch hinunter zu steigen, um mir über den weiteren Verlauf des Weges einen Überblick zu verschaffen und mir dabei so richtig nasse Füsse zu holen. Schön rückwärts Tritte in den Schnee schlagen. Tritt für Tritt für Tritt und den Stock ramme ich jedes Mal tief in den Schnee, so hätte ich einen Haltegriff im Falle eines Ausrutschers. Es dauert ewig, aber es hält. Der Weiterweg zum Gipfel des Cima dell’Uomo verläuft ebenfalls nordseitig, weiter durch den meterhohen, abschüssigen Altschnee. Dafür bin ich echt ‚underequiped‘. Ich steige wieder hinauf zu Scharte, lasse meine Sachen in der Sonne trocknen, schaue hinunter ins Tal und auf die Seen und lasse meine Gedanken kreisen.

Unterhalb der Scharte und der Blick zum

Gipfel:

Schliesslich nehme ich entspannt den Rückweg unter die nassen Füsse – zurück zur Alpe Mornera – wandern im Abendlicht.

Ein Blick auf die Uhr und –

Oooops! jetzt bin ich ‚äs bitzeli verschrockä‘: beinahe wäre ich auf diese Schlange getreten! Ich gebs zu, ich hab an der Gadget-Uhr rumgefummelt anstatt auf den Weg zu schauen. Das hatten wir doch schon mal: vor zwei Jahren in Australien! Aber doch nicht hier in ‚good old Switzerland‘? Ich ärgere mich, dass ich zu blöd war das Tier rechtzeitig zu sehen und freue mich gleichzeitig über diese seltene Begegnung.

Und Morgen? I am gonna make a jump tomorrow! 😁😁😁

*Wandern ist immer ein guter Plan B – Conisophie des Tages

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